Kneippen Sie sich schön!

Gesundes und vitales Kneippen: So tun Sie mit der Wassertherapie bzw. Hydrotherapie etwas Gutes für Ihre Gesundheit!

Kneippen Sie sich schön!

Es ist jedes Mal wieder eine Mutprobe, denn so ganz freiwillig taucht wohl niemand seine nackten Füße in ein Becken mit eiskaltem Wasser, oder? Der Pfarrer Sebastian Kneipp kannte da keine Gnade, als er die nach ihm benannte Wassertherapie an seinen Patienten ausprobierte. Abhärtung ist das oberste Ziel beim Kneippen, um die Widerstandskräfte zu stärken und die Durchblutung zu fördern. Die Belohnung nach der überstandenen Mutprobe ist dann auch schnell da, denn die Erfrischung werden Sie am ganzen Leib zu spüren bekommen und kaum mehr missen wollen. Versprochen!

Gesundes Kneippen - Kaltes Wasser reizt den Körper

Die Heilkraft des Wassers machten sich schon unsere Vorfahren zunutze. Seine so wirkungsvoll wie einfache Hydrotherapie hat Kneipp dann im 19. Jahrhundert weltberühmt gemacht. Schon nach kurzer Zeit waren seine Wasseranwendungen stark gefragt. Man könnte Kneipp also als Pionier der Wellness-Idee bezeichnen. Bei der natürlichen Behandlungsmethode dreht sich natürlich fast alles um das Element Wasser, aber der Allgäuer gab auch Empfehlungen zu Ernährung, Bewegung und Heilpflanzen.

Das Kneippen wirkt meist vorbeugend, aber auch schmerzlindernd. Eine Wirksamkeit ist nicht belegt, allerdings gibt es Hinweise auf eine Verbesserung der Beschwerden wie etwa bei Krampfadern. Kneipp selbst hat als junger Mensch mit Wasseranwendungen gegen Tuberkulose angekämpft – und wurde wieder gesund. Die in Bad Wörishofen entstandene Heiltherapie macht sich die natürlichen Körperreaktionen zunutze: Die von der Hautwärme abweichende kühlere Wassertemperatur empfindet der Körper als Reiz. Durch die Kälte ziehen sich die Gefäße zunächst zusammen und öffnen sich später weit. Eine medizinische Behandlung ist das Kneippen nicht, aber das Naturheilverfahren kann gut mit medizinischen Anwendungen verbunden werden. Im Rahmen einer drei- bis vierwöchigen Kur an einem anerkannten Kneippkurort werden vor allem ein schwaches Immunsystem, Herz-Kreislauferkrankungen sowie Gefäß- und Gelenksleiden behandelt.

Im Storchengang durch das Wasserbecken

Die wohl bekannteste Form des Kneippens ist das Wassertreten. In vielen Kurparks oder auch Wellnesseinrichtungen finden Sie die meist ovalen, knietiefen Becken mit einem Geländer in der Mitte zum Festhalten. Achten Sie darauf, dass sich Ihre Füße schön warm anfühlen, bevor Sie sich trauen, die Zehenspitze in das kalte Wasser zu tauchen. Denn nur so wird die kneipp‘sche Reizwirkung aktiv. Ein Bein sollte dabei immer im Wasser, das andere hochgezogen aus dem Wasser sein. Wie ein Storch sollten Sie Ihr Bein nach etwa einer halben Minute aus dem Wasser ziehen – mit dem Fuß durchgestreckt in Richtung Becken. Nach dem Wassergang reiben Sie Ihre Beine nur ein wenig ab und bewegen sich, damit durch die angekurbelte Durchblutung Ihre Waden und Füße wieder erwärmt werden. Wenn Sie gerade keine Kuranlage mit einem Wassertretbecken in der Nähe haben, können Sie auch in seichten Gewässern, Bächen oder in der heimischen Badewanne kneippen – auch wenn da der Storchengang vielleicht nicht ganz so galant wirkt!

Güsse unter der Dusche

Neben dem Gang durchs Wasser empfahl Kneipp seinen Patienten aber noch um die hundert anderen Wasseranwendungen, die teilweise leicht und mit wenig Zeitaufwand zu Hause nachzumachen sind. Dazu zählen vor allem Güsse, Wickel oder Bäder mit Kräuterzusätzen. Besonders die verschiedenen Arten von Güssen können Sie leicht in Ihr tägliches Duschprogramm aufnehmen und so Ihre Abwehrkräfte stärken. Für diese Kneipp-Anwendung sollten Sie den Druck Ihres Duschkopfs so gering wie möglich halten oder gar nur den Schlauch nutzen. Beim Schenkelguss beginnen Sie mit dem etwa 10 bis 12 Grad Celsius kaltem Wasser am rechten Fußrücken und führen den Strahl langsam auf der äußeren Seite hinauf bis zur Hüfte. Den Weg zurück vollziehen Sie auf der Innenseite Ihres Beines. Dann ist das linke Bein an der Reihe. Beim Wechselguss machen Sie je drei Rundgänge – und zwar in der Reihenfolge warm, kalt, warm. Sie können aber auch Gesichts-, Knie-, Arm- oder einen Brustguss nach dem gleichen Schema ausprobieren. Der Vollguss ist für besonders abgehärtete Wasserratten geeignet, für die Pfarrer Kneipp sicher ein dickes Lob übrig gehabt hätte!

 
 
 

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