Kleine Pflanzenheilkunde: Das Bischofskraut stellt sich vor!

Wellnessium.de möchte Ihnen im Rahmen unserer kleinen Pflanzenheilkunde das sogenannte Bischofskraut vorstellen. Erfahren Sie alles über gesundheitliche Aspekte des Bischofskrauts und lernen Sie diese Heilpflanze als echte Medizin gegen vielerlei Beschwerden kennen.

Kleine Pflanzenheilkunde: Das Bischofskraut stellt sich vor!

Der Wirkung von Heilpflanzen vertrauen wir oft vor der Schulmedizin – vor allem, weil wir von der Natur nichts Schädigendes für uns befürchten. Wir vertrauen auf die Kräfte der Natur und der oft bis ins Altertum zurückreichenden Erfahrungen, die Gelehrte und Mediziner damit gesammelt haben. Das fängt beim Kamillentee gegen Übelkeit schon an. Es gibt wohl kaum jemanden, der noch nicht Heilkräuter in irgendeiner Form für die eigene Gesundheit genutzt hat. Ein weniger bekanntes Heilmittel, das aber schon fast als Arznei gelten kann, ist das Bischofskraut. Bestandteile der lateinisch als „Ammi visnaga“ bekannten Heilpflanze haben eine so eindeutig krampflösende Wirkung, dass sie auch in Medikamenten eingesetzt werden. Erfahren Sie mehr über diese natürliche Medizin!

Das Bischofskraut: Zahnstocher und Medizin zugleich

Das Bischofskraut ist ein Doldenblütler und wächst vor allem in Nord- und Südamerika, rund um das Mittelmeer sowie als Wildpflanze in Mitteleuropa. Die Pflanze mit den dünnen Stängeln kann bis zu einem Meter hoch werden. Wegen des würzigen Geschmacks wurden aus den hölzernen Zweigen des Bischofskrauts in manchen Ländern Zahnstocher gefertigt und werden es teils heute noch – daher der Beiname Zahnstocherkraut. Schon die alten Ägypter wussten mit der Heilpflanze etwas anzufangen. Die kleinen Blüten sind weiß und die für die Behandlung wichtigen Inhaltsstoffe werden den Früchten entnommen. Von pharmazeutischer Bedeutung sind dabei vor allem die Stoffe Khellin und Visnagin. Sie werden in Fertigarzneien meist in Kapseln verwandt. Früher wurde Bischofskraut auch als Tee genutzt – dies ist heute nicht mehr gebräuchlich.

Krampflösend und gefäßerweiternd

Visnagin und Khellin wirken in erster Linie krampflösend. Visnagin begünstigt zudem vor allem die Durchblutung des Herzmuskels, weil es eine stark gefäßerweiternde Wirkung hat. Daher wird Bischofskraut bei Krankheiten wie Angina Pectoris (Herzenge) eingesetzt. Aber auch Asthma und Bronchitis werden damit behandelt, sodass wieder mehr Raum zum Atmen bleibt. Die Khellin-haltigen Arzneipräparate werden vorwiegend gegen Koliken wegen des krampflösenden Effekts eingesetzt.

Das Bischofskraut als echte Medizin mit echten Nebenwirkungen

Aber wenn ein Medikament eine starke Wirkung hat, so gesellen sich oft auch die nicht sehr erwünschten Nebenwirkungen hinzu. Das ist beim Bischofskraut leider nicht anders. Weil es phototoxische Substanzen enthält, sollten Sie während der Einnahme von Bischofskraut in jeder Form von ausgiebigen Sonnenbädern absehen. Die Haut ist in dieser Zeit sehr lichtempfindlich.  Bei längerer Anwendung müssen Sie außerdem mit Schwindel, Übelkeit oder Appetitlosigkeit rechnen. Manche verspüren auch Schlafstörungen. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie daher auf Bischofskraut verzichten. Fragen Sie am besten Ihren Arzt oder Apotheker um Rat, bevor Sie zu dem Medikament aus der Natur greifen.

Quelle des Bildes: de.wikipedia.org (Fotografía digital realizada por Pablo Alberto Salguero Quiles o p40p {{GFDL}})

 
 
 

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